Städtisches Luisengymnasium München

Geschichte

als Unterrichtsfach

Die Geschichtslehrer*innen des Luisengymnasiums legen Wert darauf, Wissen, Verständnis und Werthaltungen mit Erlebnissen im Geschichtsunterricht zu vermitteln. Wichtig sind für uns Exkursionen (z.B. zum Ägyptischen Museum, Stadtmuseum und Rundgänge durch die Innenstadt, zur Antikensammlung, nach Nymphenburg und Schleißheim, zur KZ-Gedenkstätte Dachau und ins NS-Dokumentationszentrum am Königsplatz), Zeitzeugengespräche und Expertenbefragungen sowie das Projekt „Schüler*innen führen Austauschschüler*innen“ aus Spanien und Frankeich. Ab dem Schuljahr 2019/2020 wird es für die Schüler der Jahrgangstufen 8 bis 10 die Möglichkeit geben, bilingualen Geschichtsunterricht zu wählen.

Sozialkunde

als Unterrichtsfach

Aristoteles hat in seiner „Politika“ den Menschen als „zoon politikon“ definiert, als gesellschaftliches Wesen, das nur im Zusammenleben mit anderen seine Natur verwirklicht. Der neue Lehrplan für bayerische Gymnasien nimmt diesen Gedanken auf.

Eine solch gewaltige Aufgabe – aktuelle Entwicklungen aufzugreifen, grundlegende Zusammenhänge von Gesellschaft und Staat zu erarbeiten und deren Entwicklung zu diskutieren - mit nur einer Wochenstunde in den Jahrgangsstufen 10 bis 12 zu verwirklichen, ist sicher eine Herausforderung. Die Sozialkundelehrer*innen am Luisengymnasium jedenfalls geben ihr Bestes.

 

Zeitzeugenabend im Jüdischen Museum 24. Januar 2019

Hilde Grünberg

Da die Zeitzeugen des Holocaust und der NS-Verfolgung immer weniger werden, ist es schon etwas Besonderes, wenn man noch jemanden erleben kann, der aus eigener Anschauung davon berichten kann. Daher nahm gut die Hälfte der Schüler*innen aus dem Geschichtskurs g11 am 24.1. trotz der Erschöpfung nach den zahlreichen Klausuren, die in dieser Zeit geschrieben werden mussten, abends die Gelegenheit wahr, sich die Lebensgeschichte von Hilde Grünberg von ihr persönlich erzählen zu lassen.
Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus veranstaltete das Jüdische Museum München diesen Zeitzeugenabend mit der Journalistin Iris Tsakiridis als Moderatorin.

Hilde Grünbergs Überleben in der Kinderlandverschickung bei einem Bauern in Schwabbruck, wo niemand von ihrer jüdischen Herkunft erfahren durfte, ist in letzter Zeit durch die Presse weit verbreitet worden, aber es ist doch ein einzigartiges Erlebnis, von ihr selbst all die Details ihrer Familiengeschichte zu hören. Denn nicht nur das damals kleine Mädchen, sondern auch ihre jüdische Großmutter, deportiert nach Theresienstadt, ihre Mutter und ihre Tante meisterten all die Verfolgungen und Schikanen durch den nationalsozialistischen Staat mit viel Mut und Geistesgegenwart. Schließlich fand sich die Familie nach Kriegsende in München wieder. Wir konnten die Geschichte dieser drei Frauengenerationen aus dem Blickwinkel des zur Zeit des Nationalsozialismus jüngsten Familienmitgliedes nachvollziehen.

Voll Dankbarkeit für die Entscheidung Frau Grünbergs, diese sehr persönlichen Erinnerungen mit jüngeren Generationen zu teilen, gingen wir an diesem Tag aus der Veranstaltung.
Solche Begegnungen stärken unser aller Entschlossenheit, die Demokratie zu verteidigen.

K. Schweigler und der Geschichtskurs g11